EHEMi – Was ist das?

EHEMi – Was ist das?

Das Konzept der aktiven Elternarbeit als Teil des Migrationsprozess ist seit langem bekannt und wurde bereits bei anderen Migrantengruppen wie z.B. bei den türkischen Migranten oder Einwanderer aus den ehemaligen Ostblockländern stark gefördert. Für die vietnamesische Gruppe wurde bislang kaum ein Augenmerk auf die Einbeziehung der Eltern in die multikulturelle Gesellschaft geworfen, da sie zum einen eine kleine Gruppe bilden (etwa 100.000 in Deutschland) und zum anderen ihre Kinder in der Schule oft pflegeleicht sind und kaum Probleme bzw. keinen Gewaltstress verursachen.

Die Mehrheit der vietnamesischen Eltern sprechen jedoch kaum Deutsch, obwohl sie seit Jahrzehnten in Deutschland leben. Aus diesem Grunde entstehen Missverständnisse in Bezug auf Bildungs- und Erziehungsvorstellungen zwischen Eltern und Pädagogen. Viele vietnamesische Kinder lernen unter Druck: sie lernen für ihre Eltern. Es wird jedoch zumeist das kritische Denken eher abgeschwächt und die Entwicklung zu einem mündigen Bürger stockt. Hinzu kommt, dass die jungen Migranten mit zwei unterschiedlichen Wertesystemen sowie Erziehungsstilen konfrontiert sind: zuhause erfahren sie einen autoritären traditionellen Erziehungsstil, während sie in der Schule einen demokratisch – kritischen Erziehungsstil erfahren.

Viele Eltern stellen sich jeden Tag die Frage:

  • Was mache ich falsch ?
  • Warum hört mein Kind nicht auf mich?
  • Wie kann ich meinem Kind helfen, damit es in der Schule gute Leistung erbringt, Freunde findet und sich hier in Deutschland erfolgreich integriert?

Um den Eltern zu helfen, die Fragen bzgl. der Erziehung ihrer Kinder hier in Deutschland eine Antwort bzw. ein Werkzeug in die Hand geben zu können; aus der Überlegung einer Multiplikatorenschulung mit den Themen der Elterninformation, der Elternbildung und der Elternberatung, ist das Projekt „Eltern helfen Eltern mit Migrationshintergrund“ entstanden. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert.

Die Workshops

Die EHEMi-Multiplikatorenschulung besteht aus 3 Workshops mit den folgenden Themen:

(Hinweis: Datum und Ort der geplanten Workshops könnten geändert werden)

Workshop 1, Sonntag, 24.10.2015

Seminarraum, Nadelfabrik, Reichsweg 30, 52068 Aachen

  • Gleichstellung zwischen Mädchen und Jungen in der Erziehung
  • Muss mein Kind am Religionsunterricht teilnehmen?
  • Kinder-Eltern beim Umgang mit verschiedenen Medien
  • Jedes Kind hat r(R)echt(e)

Workshop 2, Sonntag, 15.11.2015

Katholische Hochschulgemeinde KHG, Pontstrasse 74-76, 52062 Aachen

  • Was kann ich als Eltern beim Elternabend beitragen?
  • Braucht mein Kind außer Sport/Musik in der Schule auch Sport/Musik im Verein?
  • Das deutsche Schulbildungssystem
  • Das deutsche Berufsausbildungssystem

Workshop 3, Sonntag, 06.12.2015

Katholische Hochschulgemeinde KHG, Pontstrasse 74-76, 52062 Aachen

  • Sind Ostern/Weihnachten für mein Kind auch bedeutende Feiertage?
  • Ernährung in der Ganztagsschule

In den Workshops werden den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, also die Eltern, die grundlegenden Kenntnisse zu den Themen anhand von Vorträgen vermittelt. Anschließend haben die teilnehmenden Eltern unter moderierter Diskussion, Gruppenarbeit und Selbstreflexion die Möglichkeit, die erworbenen Kenntnissen zu vertiefen sowie ihre eigenen Erfahrungen auszutauschen.

Projektziel

Im Sinne einer wirksamen interkulturellen Erziehungspartnerschaft, die die Entwicklung des Kindes in Hinblick auf Kultur, Tradition, Religion und Sprache der Familie fördert, werden durch EHEMi die Eltern mit vietnamesischen Migrationshintergrund durch verschiedenen Methoden und Maßnahmen – wie z.B. Elterninformation, Elternberatung, Elternbildung, Elternmitwirkung – Mut gemacht, ihre Vorstellung bzgl. der Erziehung und Bildung ihres Kindes einzubringen.

Würde auf die Arbeit mit den Eltern mit Migrationshintergrund verzichtet, würde in Kauf genommen, dass ihnen ihre Kinder entfremden. Die Eltern sind die wichtigsten Sozialisationspartner ihrer Kinder. Mit EHEMi werden die Eltern in der allgemeinen Erziehungskompetenz gefördert und erhalten die Möglichkeit, ihre Kinder besonders selbst zu unterstützen. Die Integration von Kindern und Familien mit Migrationshintergrund wird unterstützt und die Förderung der Chancengleichheit, nicht nur in der sozialen Gesellschaft, sondern auch zwischen Mädchen und Jungen wird erleichtert.

Desweiteren wird im Rahmen des Projektes ein Netzwerk von Eltern mit Migrationshintergrund aufgebaut, das die Grundlage für die Professionalisierung der Elternarbeit in unserem Verein bildet und somit zur Stärkung der Erziehungskompetenz von jungen Eltern in einer multikulturellen Gesellschaft beiträgt

Die Eltern bringen sich auch als „Multiplikator“ ein und geben ihr Wissen an andere Eltern mit dem gleichen kulturellen Hintergrund weiter.

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