Sommercamp im Fußball-Weltmeisterschaft-Fieber

dvf sommercampAuch in diesem Jahr veranstaltete der DVF vom 04.07 bis zum 06.07 ein Sommercamp mit dem Motto „Ein Wochenende im Fußball-Weltmeisterschaft-Fieber“ auf dem inzwischen bekannten und trotzdem für einige Eltern unauffindbaren Jugendzeltlager „Birgelener Wald“ in Wassenberg (Kreis Heinsberg).

An diesem Freitag (04.07.2014) spielte Deutschland gegen Frankreich. Alle erwarteten sehnsüchtig die Ankunft von einem Betreuer, der versprach, einen tragbaren Fernseher samt Satellitenschlüssel mitzubringen. Fehlanzeige! Da sein Auto voll mit Provianten für das Camp gepackt war, mussten wir schmerzlich auf das Viertelfinal verzichten. Die Kinder vergnügten sich stattdessen mit Fußballspielen auf dem Sportsplatz, und die Erwachsenen bereiteten das Abendessen vor.

Es gab bei diesem Sommercamp ein „Stempelmann“. Jeder Teilnehmer hat für sich einen Spielerpass mit Foto gebastelt. Für jede gute Tat vergab der „Stempelmann“ einen Stempel auf den entsprechenden Pass. Wer am Ende des Camps die meisten Stempeln erworben hat, bekommt den FIFA-Brazuca-Ball.

Irgendwie war es einem gelungen, herauszufinden, dass Deutschland den Einzug ins Halbfinal geschafft hat. Alle waren glücklich und die Nachtwanderung konnte beginnen. Unterwegs wurde der Webeleinstek gezeigt, ein sehr populärer und häufig verwendeter Knoten zum Festmachen an Poller oder Pfahl. Anstatt sich mit dem Knoten vertraut zu machen, nahmen die Kinder die Seile und spielten damit Seilspringen, ein beliebtes Spiel auf dem Schulhof in Vietnam. Auf dem Rückweg wurden Mathe-Aufgaben gelöst, um die Kinder von ihrem Durst abzulenken, denn wir hatten vergessen, Getränke für unterwegs mitzunehmen.

Am Samstag fanden auf dem Sportplatz diverse Outdoor-Spiele statt. Zuerst lernten sich die Kinder gegenseitig durch das „Zipp-Zapp-Spiel“ kennen, bei dem der Angesprochene auf „Zipp“ den linken und auf „Zapp“ den rechten Nachbarn bei Namen nennen musste. Alle hatten viel Spaß bei den Gruppenspielen. Die kleinste Camperin, ein süßes Mädchen im Alter von 3 Jahren, lief fröhlich herum, wurde weder umgerannt noch störte es den anderen beim Tücherjagd. Wasserbombenschlacht dürfte natürlich nicht fehlen. Zum Mittag gab es Frühlingsrollen und vietnamesische Suppe „Bún mộc“.

Das Grillen stand unter einem eher schlechten Stern. Zuerst fing es mit dem Regen an. Dann gab es im Camp weit und breit kein Feuerzeug. Aus der Not wurden manche sehr erfinderisch. Und so dackerte ein Betreuer zum nächstgelegenen Supermarkt los, während die Kinder versuchten, mit Steinen Feuer zu machen. photo 16Auf das Lagerfeuer mussten wir leider verzichten, da das Wetter einen Streich spielte.

Am Sonntag wurde nach dem Frühstück aufgeräumt. Mit dem Fußballquiz sammelten die Kinder die letzten „Stempeln“ während sie auf die Abholung ihrer Eltern warteten.

Mit ein bisschen Wehmut verließen die letzten Betreuer das Camp. Es war schön, die Kindern beim Spielen zuzusehen. Ihre Lächeln, ihre Tränen, ihre Geschichten aus der Schule, aus ihrem Alltag waren die schönsten Erinnerungen. Im Camp hat ein Kind ein jüngeres Kind geholfen, seine verschmutzten Knien nach dem Hinfallen vom Dreck zu befreien, um einen „Stempel“ zu bekommen.
In der Hoffnung, dass die Kinder später im Leben selbst gute Taten vollbringen, ohne den „Stempelmann“ nachzujagen, sagten wir „Adieu“.